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Catch-All Postfach in Plesk: E-Mails an unbekannte Adressen

Jemand schreibt an eine Adresse Ihrer Domain, die es gar nicht gibt. Was dann geschieht, entscheidet eine einzige Einstellung. Viele Kunden möchten dafür eine Sammeladresse anlegen, die einfach alles auffängt. Ein Catch-All Postfach in Plesk einrichten lässt sich in Ihrer Verwaltung allerdings nicht. Dieser Artikel zeigt den Befund und nennt den besseren Weg.

Inhaltsverzeichnis

Eine Sammeladresse und was sie verspricht

Eine Catch-All-Adresse nimmt jede Nachricht an Ihre Domain an. Sie greift dabei auch bei Adressen ohne Postfach. Diese haben Sie also nie angelegt. Als Platzhalter dient vor dem @ ein Sternchen. Post an hallo@, vertireb@ und xyz@ihredomain.de landet damit in einem einzigen Postfach. Im Englischen heißt so ein Sammelpostfach Catch-All Mailbox, bei manchen Anbietern auch Catch All oder CatchAll. Mehrere E-Mail-Adressen laufen dabei in einem einzigen Postfach zusammen.

Der Reiz liegt auf der Hand. Ein Kunde schreibt Ihren Namen falsch, und die Nachricht kommt trotzdem an. Genau dieser Vorteil hat jedoch seinen Preis. Er ist zudem höher als gedacht. Weiter unten stehen die Gründe dafür im Einzelnen.

Wo Sie ein Catch-All Postfach in Plesk einrichten würden

Der Ort dafür wäre die Seite Ihrer Domain. Klicken Sie zunächst links auf E-Mail. Gehen Sie danach oben auf den Reiter E-Mail-Einstellungen. Klicken Sie anschließend in der Liste auf Ihren Domainnamen. Was diese Seite sonst noch bietet, steht genau im Beitrag zu den E-Mail-Einstellungen in Plesk.

Einstellungsseite einer Domain mit den drei Auswahlpunkten Aktiviert, Für eingehende E-Mails deaktiviert und Nicht konfiguriert, darunter Webmail, die Zertifikatsauswahl und der Greylisting-Spamschutz

Bei anderen Anbietern steht an dieser Stelle ein Auswahlpunkt namens Weiterleiten an Adresse. Jede Nachricht an eine unbekannte Adresse wird dann an dieses eine Postfach weitergeleitet. Diese Vorgehensweise bei E-Mails an nicht vorhandene Benutzer setzt allerdings Rechte voraus, die Ihr Hosting-Paket nicht mitbringt.

Der Befund auf der Seite Ihrer Domain

Die Seite trägt genau fünf Felder. Keines davon betrifft Post an nicht vorhandene Empfänger.

FeldWofür es zuständig ist
E-Mail-Dienst in dieser Domainsenden und empfangen, nur senden, oder gar nicht
WebMailder Zugriff auf Ihre E-Mails im Browser
SSL/TLS-Zertifikat für Webmaildie verschlüsselte Verbindung zum Browserzugang
SSL/TLS-Zertifikat für E-Maildie verschlüsselte Verbindung für Programme
Greylisting-Spamschutzder Schutz vor Werbung für alle Konten der Domain

Wir haben den Seitentext zusätzlich nach dem Wort „nicht vorhandene“ durchsucht. Es gibt dort keinen Treffer. Verwalten Sie mehrere Domains, gilt das für jede einzelne davon. Auch die Werkzeugzeile über der Liste hilft nicht weiter. Sie führt lediglich Services aktivieren/deaktivieren, WebMail und Ausgehende Nachrichten begrenzen.

Post an unbekannte Adressen wird abgewiesen

Der geltende Wert wird Ihnen trotzdem angezeigt. Sie finden ihn in der Übersicht unter E-Mail und E-Mail-Einstellungen. Die letzte Spalte heißt dort An nicht vorhandene Benutzer gesendete E-Mails.

Reiter E-Mail-Einstellungen mit den Spalten Domainname, E-Mail-Service, Webmail und An nicht vorhandene Benutzer gesendete E-Mails, darin eine Subdomain mit Nicht konfiguriert und die Hauptdomain mit Abweisen

Dort steht Abweisen. Der Mailserver nimmt eine solche Nachricht folglich gar nicht erst an. Ihr Absender merkt dadurch sofort, dass es die Adresse nicht gibt. Ändern lässt sich dieser Wert in Ihrer Verwaltung nicht.

Das ist die sicherste der möglichen Einstellungen. Wer Spam und Phishing verschickt, probiert nämlich reihum erfundene Adressen durch. Eine abgewiesene Nachricht verrät ihm nichts über Ihr Postfach.

Gute Gründe gegen eine Catch-All-Adresse

Eine Sammeladresse klingt bequem, wird im Alltag jedoch schnell zum Ärgernis. Sie nimmt eben jede Nachricht an, die an Ihre Domain gesendet wird. Der größte Teil davon ist Werbung an beliebig erratene Adressen. Aus einem ruhigen Postfach wird binnen Wochen eine Müllhalde.

Der zweite Nachteil fällt erst später auf. Sie merken Tippfehler nämlich nicht mehr. Schreibt jemand an inof@ihredomain.de, landet die Mail im Sammelpostfach. Niemand erfährt dabei, dass Ihre Adresse falsch weitergegeben wurde. Der Fehler bleibt im Briefkopf des Absenders stehen und wiederholt sich.

VerhaltenWas Sie davon haben
Abweisenkein Spam an erfundene Adressen, Absender merkt den Fehler
Catch-Allnichts geht verloren, dafür Werbung ohne Ende
gezielte AliaseSie entscheiden, welche Adressen ankommen

Gezielte Aliase statt einer Sammeladresse

Ein Alias ist eine zweite Adresse für ein vorhandenes Postfach. Er kostet weder einen eigenen Account noch zusätzlichen Speicherplatz und ist in zwei Minuten hinzugefügt. Legen Sie also für jede Schreibweise einen an, die bei Ihnen tatsächlich vorkommt.

FallWas Sie als Alias hinzufügen
Ihr Name wird oft falsch geschriebenbeide Schreibweisen
eine alte Adresse steht noch im Briefkopfdie alte Adresse
übliche Rollen im Betriebinfo@, kontakt@ und mail@

Aliase richten Sie in derselben Maske ein wie die Adresse selbst. Der Beitrag zum Anlegen einer E-Mail-Adresse in Plesk zeigt die Registerkarten dazu. Soll die Post zusätzlich an eine externe E-Mail-Adresse gehen, hilft die E-Mail-Weiterleitung mit Kopie im Postfach weiter.

Der Unterschied zur Sammeladresse ist groß. Sie legen selbst fest, was angenommen wird. Alles andere weist der Mailserver ab, und genau das hält die Werbung draußen.

Wenn es beim Empfang nicht klappt

Ein Absender bekommt seine Mail zurück

Prüfen Sie zuerst, ob die Adresse überhaupt existiert. Genau dafür ist die Einstellung Abweisen gedacht. Fragen Sie den Absender außerdem nach der Schreibweise, die er benutzt hat. Oft steckt dahinter eine Adresse, die es bei Ihnen nie gab.

Sie erwarten Post und sie kommt nicht an

Lassen Sie sich die Adresse des Empfängers genau nennen. Legen Sie danach einen Alias an, falls die Schreibweise plausibel ist. Sehen Sie zudem im Spam-Ordner nach, bevor Sie weiter suchen.

Viele falsch geschriebene Adressen sind im Umlauf

Sammeln Sie die Schreibweisen, die tatsächlich auftauchen. In aller Regel sind es zwei oder drei. Für diese legen Sie Aliase an, statt eine Sammeladresse zu wünschen. Hat sich Ihre Adresse selbst geändert, hilft der Beitrag zum Ändern einer E-Mail-Adresse in Plesk.

Der Weg über den Support

Brauchen Sie trotzdem eine Sammeladresse, dann fragen Sie beim Support nach. Erfinden Sie dagegen keinen Weg über Umwege. In dieser Ansicht gibt es schlicht keinen.

Sagen Sie dabei, wofür Sie die Adresse brauchen. Häufig lässt sich das eigentliche Ziel mit Aliasen oder einer Weiterleitung besser lösen. Das spart Ihnen zudem die Spamflut, die ein echtes Catch-All Postfach mit sich bringt.

Catch-All Postfach in Plesk: was sonst noch zählt

Eine Sammeladresse ersetzt keine gute Adressliste. Wer weiß, welche Adressen im Umlauf sind, braucht sie ohnehin nicht. Sehen Sie deshalb ab und zu nach, welche Adressen Sie noch brauchen. Jede zusätzliche ist nämlich ein weiteres Ziel für Werbung.

Ein volles Sammelpostfach nimmt irgendwann gar nichts mehr an. Wie Sie den Platz im Postfach prüfen und erweitern, steht im Beitrag zur Postfachgröße in Plesk.


Verfasst von Support HosterPlus, eingetragen am 10.09.2026

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