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E-Mail-Konto von POP3 auf IMAP umstellen: Mails behalten

Ja, der Wechsel geht. Ob dabei etwas verlorengeht, hängt allerdings davon ab, wo Ihre Nachrichten gerade liegen. Wer sein E-Mail-Konto von POP3 auf IMAP umstellen will, sieht deshalb zuerst im Postfach nach. Danach legt er das neue Konto zusätzlich an und kopiert die alten Mails hinauf.

Inhaltsverzeichnis

E-Mail-Konto von POP3 auf IMAP umstellen: wo die Mails liegen

Beide Verfahren holen Post aus demselben Postfach. Sie gehen damit allerdings völlig verschieden um.

FragePOP3IMAP
Wo liegen die Nachrichten?auf Ihrem Gerätauf dem Server
Sieht ein zweites Gerät denselben Stand?neinja
Wo steht gelesen und ungelesen?nur auf einem Gerätauf allen Geräten
Was ist nach einem Gerätewechsel da?nichtsalles
Belegt das Platz im Postfach?meist nichtja, dauerhaft

Entscheidend ist die erste Zeile. POP3 holt Nachrichten ab und legt sie bei Ihnen ab. Je nach Einstellung entfernt es sie dabei vom Server. Haben Sie jahrelang mit POP3 gearbeitet, liegt Ihr Archiv also vermutlich nur auf Ihrem Rechner. Ein neues IMAP-Konto zeigt davon zunächst nichts, denn es zeigt allein den Bestand des Servers.

Der Wechsel von POP auf IMAP findet dabei im Programm statt, nicht in Plesk. Dort gibt es keinen Schalter zwischen beiden. Ihr Postfach bleibt folglich dasselbe, und Ihre Zugangsdaten ändern sich auch nicht. Welche Werte ein Programm sonst noch verlangt, steht in der Anleitung IMAP und SMTP in Plesk konfigurieren.

Zuerst überprüfen: was liegt auf dem Server und was nur lokal?

Dieser Schritt ist der wichtigste, und er dauert zwei Minuten. Klicken Sie in Plesk links auf E-Mail. Rechts in der Zeile Ihrer Adresse steht WebMail.

Zeile einer E-Mail-Adresse in Plesk mit der Belegung sowie den Verweisen Einrichten des E-Mail-Clients und WebMail

Melden Sie sich dort mit der vollständigen E-Mail-Adresse und dem Kennwort des Postfachs an. Was Sie im Webmail sehen, liegt auf dem Server. Alles übrige existiert dagegen nur lokal bei Ihnen.

Zeigt das Webmail kaum alte Nachrichten, obwohl Ihr Programm tausende führt? Dann hat POP3 sie abgeholt und vom Server entfernt. Damit ist auch die häufigste Sorge beantwortet: Ein Blick genügt, und Sie mussten dafür nichts ändern.

Einen zweiten Hinweis gibt die Belegung in derselben Zeile. Steht dort fast nichts, liegt auf dem Server ebenfalls fast nichts. Wie viel Platz ein Postfach hat, zeigt der Beitrag Postfachgröße in Plesk ändern.

Vor dem Wechsel: ein Backup des POP-Kontos anlegen

Legen Sie ein Backup Ihres Programms an, bevor Sie das alte Konto anfassen. Wie das geht, hängt vom Programm ab. Thunderbird hält seine Nachrichten im Profilordner, Outlook in einer PST-Datei. Kopieren Sie diesen Ordner oder diese Datei an einen sicheren Ort.

Löschen Sie das bestehende POP-Konto auf keinen Fall. Das ist der teuerste Fehler bei dieser Umstellung. In vielen Programmen verschwinden mit dem Konto auch die lokalen Nachrichten, und dann ist das Archiv weg. Ziehen Sie also erst um, prüfen Sie danach, und räumen Sie ganz zum Schluss auf.

Ein IMAP-Konto zusätzlich erstellen

Wer ein E-Mail-Konto von POP3 auf IMAP umstellen will, legt dafür ein zweites Konto an. Richten Sie es für dieselbe Adresse ein, diesmal als IMAP. Das alte POP-Konto bleibt dabei bestehen. Die nötigen Werte zeigt Plesk in der Zeile der Adresse unter Einrichten des E-Mail-Clients.

Fenster Einrichten des E-Mail-Clients mit Mailserver-Benutzername, Postausgangsserver, Posteingangsserver, den unterstützten Protokollen und den Ports POP3 995, IMAP 993 und SMTP 465

Unter Unterstützte eingehende Mail-Protokolle stehen POP3 und IMAP nebeneinander. POP und IMAP sind also gleichzeitig bereit. Sie brauchen weder ein neues Postfach noch neue Zugangsdaten. Es ändert sich allein, was Ihr Programm anspricht:

Angabebisher (POP3)neu (IMAP)
KontoartPOP3IMAP
Port für den Empfang995993
ServernameIhre Domaindieselbe Domain
Benutzernameganze Adresseganze Adresse
Kennwortdas des Postfachsdasselbe

Beim Senden ändert sich gar nichts. Der Postausgang läuft weiter über Port 465 und verlangt weiterhin eine Anmeldung.

Thunderbird, Outlook und Apple Mail: der Weg je Programm

Wie Sie ein Konto hinzufügen, ist von Programm zu Programm verschieden. Outlook, Apple Mail und die Mail-App auf dem Handy führen unterschiedlich durch die Einrichtung. Die Menüs ändern sich zudem mit jeder Version. Nehmen Sie deshalb die Anleitung zu Ihrem Programm, etwa die zu Mozilla Thunderbird. Die Servereinstellungen bleiben in allen Fällen dieselben.

Weigert sich Ihr Programm, dieselbe Adresse zweimal anzulegen? Dann richten Sie das IMAP-Konto auf einem zweiten Gerät ein. Alternativ benennen Sie das alte Konto in der Anzeige um. Auch das hängt vom Programm ab.

Mails von POP3 in das IMAP-Konto kopieren

Jetzt stehen beide Konten nebeneinander. Ziehen Sie die Ordner Ihres alten POP3-Kontos in den neuen IMAP-Account. In den meisten Programmen genügt Ziehen und Ablegen. Sonst hilft der Befehl Kopieren in im Kontextmenü. Markieren Sie im lokalen Ordner die vorhandenen Mails, die Sie übertragen möchten.

Kopieren Sie dabei, statt zu verschieben. So bleibt das Original liegen, falls beim Hochladen etwas schiefgeht.

Gehen Sie außerdem in Blöcken vor, nicht mit zehntausend Nachrichten auf einmal. Jede Mail wandert einzeln zum Server hinauf. Das dauert und belastet die Leitung.

Behalten Sie den Platz im Auge. Was Sie hochladen, belegt das Postfach, und dieses teilt sich den Speicher mit Ihrer Website. Ein Archiv von mehreren Gigabyte passt unter Umständen gar nicht hinein. Lassen Sie in dem Fall die alten Jahrgänge lokal und ziehen Sie nur den aktuellen Bestand um.

Das alte POP3-Konto deaktivieren, nicht löschen

Sie erkennen den Erfolg an drei Zeichen:

  1. Im Webmail stehen jetzt die Nachrichten, die Sie hinaufgeladen haben. Damit ist bewiesen, dass sie wirklich auf dem Server liegen.
  2. Auf einem zweiten Gerät erscheint derselbe Stand, sobald Sie dort das IMAP-Konto anlegen.
  3. Die Belegung des Postfachs ist gestiegen.

Erst wenn alle drei stimmen, räumen Sie auf. Schalten Sie das alte POP-Konto im Programm ab, statt es zu entfernen. So bleiben seine lokalen Nachrichten erreichbar, und Senden und Empfangen läuft ab jetzt über das neue Konto. Alte POP3-Konten entfernen Sie erst nach Monaten, wenn überhaupt. Das Backup aus dem dritten Schritt heben Sie darüber hinaus noch eine Weile auf.

Probleme nach der Umstellung: E-Mails fehlen oder doppeln

Fünf Bilder tauchen regelmäßig auf, wenn Kunden ihr E-Mail-Konto von POP3 auf IMAP umstellen. Keines davon bedeutet, dass Nachrichten verloren sind.

Meine alten Mails sind verschwunden

Sie sind nicht weg. Ein IMAP-Konto zeigt nur, was auf dem Server liegt. Ihre alten Nachrichten stehen weiterhin im POP-Konto oder in den lokalen Ordnern desselben Programms. Sehen Sie in der Ordnerliste nach, meist weiter unten.

Das Programm bekommt keine Verbindung

Prüfen Sie den Port 993 und die Verschlüsselung. Ihr Passwort bleibt dabei dasselbe wie zuvor. Der Benutzername ist die ganze E-Mail-Adresse, nicht der Teil vor dem At-Zeichen. Weitere Ursachen nennt die Prüfliste bei fehlender Verbindung zum Mailserver.

Auf dem Handy sind gelesene Mails wieder ungelesen

Dann läuft dort noch POP3. Bei IMAP wird der Status dagegen synchronisiert. Stellen Sie deshalb auch das Handy um.

Jede Nachricht kommt doppelt an

Das passiert, wenn beide Konten zugleich abrufen. Schalten Sie den Abruf des alten Kontos ab, sobald das Kopieren fertig ist.

Das Postfach ist plötzlich voll

Das ist die Kehrseite von IMAP. Alles liegt nun auf dem Server. Räumen Sie auf oder lassen Sie das alte Archiv lokal.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Wann POP3 die bessere Wahl bleibt: wenn Sie an einem einzigen Gerät arbeiten, ein sehr großes Archiv haben und Ihr Paket wenig Platz bietet. In allen anderen Fällen ist IMAP das Richtige, vor allem bei Handy und Rechner nebeneinander.

Dieselben Zugangsdaten auf mehreren Geräten sind bei IMAP genau der Sinn der Sache. Ein zweites Postfach brauchen Sie dafür nicht.

In Plesk ändern Sie nichts. Die Umstellung von POP auf IMAP betrifft allein Ihr Mailkonto im Programm. Einen Schalter für das eine oder andere Verfahren gibt es hier gar nicht. Welche Einstellungen eine Domain sonst mitbringt, zeigt der Beitrag zu den E-Mail-Einstellungen.

Kommen Sie nicht weiter? Dann hilft der Support weiter. Schreiben Sie an info@hosterplus.de und nennen Sie die betroffene Adresse sowie Ihr Programm.


Verfasst von Support HosterPlus, eingetragen am 15.09.2026

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